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Index > Geschichten > Reiseberichte > Gran Canaria > 6. Tag |
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Sechster Tag (Montag): Telde, Botanischer Garten in Tafira, Teror und Arucas im Norden
Nach einem kurzen Bummel durch die Stadt, fuhren wir Richtung Las Palmas. Auf der Autobahn kurz vor der Stadt gab es noch einen kleinen Aufruhr, da sich irgendwo ein Ziegenbock losgerissen und mal kurz ein paar kleinere Auffahrunfälle versacht hatte. Am Südrand von Las Palmas bogen wir ins Landesinnere ab Richtung Tafira Baja zum Jardín Botánico, wobei wir beim ersten Mal leider die Ausfahrt verpassten. Nicht nur die Kölner Einbahnstrassen können einen zum Wahnsinn treiben. Unser DuMont-Reiseführer empfahl uns, in das zum Botanischen Garten gehörende Restaurant einzukehren, da es nicht nur eine tolle Aussicht, sondern auch eine gute kanarische Küche zu günstigen Preisen anböte. Leider konnten wir uns davon nicht überzeugen, da sich das gesamte Gelände im Umbau befand. Weiter lasen wir, man solle nicht in einer halben Stunde durch den Park hetzen, sondern in Ruhe betrachten, verweilen und sich ein paar Stunden Zeit nehmen. In Anbetracht der 38° und der zahlreichen Treppenstufen ergab es sich von selbst, dass wir öfter mal ein Päuschen auf den schattigen Steinbänken einlegten. Die Anlage gilt als der interessanteste Botanische Garten der nördlichen Welthalbkugel, der alljährlich ca. 100 000 Besucher zählt. Wir waren heute aber praktisch alleine unterwegs, was auch mal sehr angenehm war. So konnten wir in Ruhe die imposanten Drachenbäume, das Wäldchen aus Lorbeerbäumen und einen weiteren mit gewaltigen Exemplaren der kanarischen Kiefer betrachten. Erwähnenswert ist auch die Kakteenanlage. Obwohl ich aufgrund eines äußerst unangenehmen, aber prägenden Erlebnis mit einem giftigen Stachelkaktus in meiner Kindheit Kakteen eigentlich überhaupt nicht mag, war ich trotzdem sehr fasziniert, von der üppigen Pracht. Gerade wenn man Kakteen eigentlich nur klein und unscheinbar aus dem eigenen Gewächshäuschen auf der Heizung mit künstlicher Belichtung kennt, ist diese Anlage schon sehr beeindruckend.
Reichlich mit Proviant versorgt, machten wir uns auf dem Weg zum Pico de Bandama und genossen bei Schinkenbrötchen, Gurke und Apfelsinen die herrliche Aussicht auf den gesamten Nordteil der Insel und die berühmte Caldera de Bandama. Erst als ein Reisebus mit einer Horde Touristen einfiel, suchten wir schnell das Weite.
Unsere Tour führte uns durch die hier im Norden herrlich grüne Landschaft vorbei an La Atalaya nach Santa Brígida, einem hübschen Dörfchen mit herrlichen Prunkvillen und altehrwürdigen Sommerhäusern inmitten von ausgedehnten Obstplantagen und Blumenfeldern. Wie eigentlich auf jeder Kanareninsel ist der Süden mit dem Norden überhaupt nicht zu vergleichen. Trotz des etwas unbeständigeren Klimas bevorzugten wir eindeutig den grünen Nordteil der Insel. Weiter ging es in das ausgesprochen hübsche Städtchen Teror, das als Heimstatt der Virgen del Pino (Jungfrau von der Pinie) gilt. Nach einer Überlieferung war diese in den Zweigen einer Pinie erschienen, um ungetaufte Ureinwohner zum rechten Glauben zu führen. Die Stadt Teror, die seither um diese Pinie herum entstand, entwickelte sich daher immer mehr zum Wallfahrtsort für die Canarios. Was dem Muslim sein Mekka, ist also dem Canario sein Teror, kann man sagen. Neben der Basílica de Nuestra Senora del Pino gab es aber auch zahlreiche beeindruckende Adelspaläste und ehrwürdige Bürgerhäuser in altkanarischem Stil mit reich verzierten Türen, zierlichen Erkern, geschnitzten Holzbalkonen und oft auch mit Springbrunnen im zugehörigen Patio zu bewundern.
Aufgrund
der schon fortgeschrittenen Tageszeit, brachen wir auf nach Arucas, wo wir
heute einmal typisch kanarisch essen wollten. Dafür hatten wir uns das Mesón de
la Montana ausgesucht, oben auf dem Montana de Arucas. Davor machten wir noch
einen kurzen Zwischenstopp, um uns die Iglesia San Juan Bautista anzuschauen,
einem protzigen, neugotischen Bau, der ein bisschen an den Kölner Dom erinnerte
und gar nicht so richtig in diese Stadt zu passen schien. Weiter ging es über
kurvige, enge Straße den Montana de Arucas hinauf bis wir endlich oben an der
Spitze ankamen. Laut Reiseführer besticht dieses Restaurant mit herrlichem
Panorama und guten Gerichten. Als wir dort waren, behinderte leider dichter
Nebel die schöne Aussicht und den Fisch konnte ich nicht essen, weil ich statt
Gemüse nur Öl dazu auf dem Teller hatte.
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