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 Index > Geschichten > Reiseberichte > Gran Canaria > 6. Tag

 

Sechster Tag (Montag): Telde, Botanischer Garten in Tafira, Teror und Arucas im Norden

Barrio San Francisco Barrio San Francisco Unser Weg zum Jardín Botánico zwischen Tafira Alta und Tafira Baja führte uns zunächst nach Telde. Sehenswert in der ansonsten eher hässlichen Stadt ist lediglich der Barrio San Francisco. Der Stadtteil aus der Zeit der Conquista befindet sich im Norden von Telde. Hier findet man noch Straßenzüge aus dem 16. Jahrhundert, maurisch inspirierte Zisternendächer, hübsche grüne Holzfenster, mit Ornamenten verzierte Fenstersimse,  idyllische Innenhöfe und Geranien an jedem Fenster.

Nach einem kurzen Bummel durch die Stadt, fuhren wir Richtung Las Palmas. Auf der Autobahn kurz vor der Stadt gab es noch einen kleinen Aufruhr, da sich irgendwo ein Ziegenbock losgerissen und mal kurz ein paar kleinere Auffahrunfälle versacht hatte.

Am Südrand von Las Palmas bogen wir ins Landesinnere ab Richtung Tafira Baja zum Jardín Botánico, wobei wir beim ersten Mal leider die Ausfahrt verpassten. Nicht nur die Kölner Einbahnstrassen können einen zum Wahnsinn treiben. Unser DuMont-Reiseführer empfahl uns, in das zum Botanischen Garten gehörende Restaurant einzukehren, da es nicht nur eine tolle Aussicht, sondern auch eine gute kanarische Küche zu günstigen Preisen anböte. Leider konnten wir uns davon nicht überzeugen, da sich das gesamte Gelände im Umbau befand. Weiter lasen wir, man solle nicht in einer halben Stunde durch den Park hetzen, sondern in Ruhe betrachten, verweilen und sich ein paar Stunden Zeit nehmen. In Anbetracht der 38° und der zahlreichen Treppenstufen ergab es sich von selbst, dass wir öfter mal ein Päuschen auf den schattigen Steinbänken einlegten. Die Anlage gilt als der interessanteste Botanische Garten der nördlichen Welthalbkugel, der alljährlich ca. 100 000 Besucher zählt. Wir waren heute aber praktisch alleine unterwegs, was auch mal sehr angenehm war. So konnten wir in Ruhe die imposanten Drachenbäume, das Wäldchen aus Lorbeerbäumen und einen weiteren mit gewaltigen Exemplaren der kanarischen Kiefer betrachten. Erwähnenswert ist auch die Kakteenanlage. Obwohl ich aufgrund eines äußerst unangenehmen, aber prägenden Erlebnis mit einem giftigen Stachelkaktus in meiner Kindheit Kakteen eigentlich überhaupt nicht mag, war ich trotzdem sehr fasziniert, von der üppigen Pracht. Gerade wenn man Kakteen eigentlich nur klein und unscheinbar aus dem eigenen Gewächshäuschen auf der Heizung mit künstlicher Belichtung kennt, ist diese Anlage schon sehr beeindruckend.

Jardín Botánico Wieder oben angekommen, genossen wir noch kurz den schönen Ausblick von auf den Park und setzten dann unsere Reise fort. In Tafira Alto, einem schönen Villenviertel, kehrten wir in einen kleinen Supermarkt ein, um uns mit Proviant für den Nachmittag einzudecken. Als sehr angenehm empfand ich, dass hier meine rudimentären Spanischkenntnisse endlich ein bisschen gewürdigt wurden. Der Verkäufer war sichtlich erfreut, dass wir nicht nur Deutsch oder Englisch sprachen. In Maspalomas sprechen die meisten Einheimischen so gut Deutsch, dass sie es oftmals eher albern fanden, mit einem Deutschen spanisch zu sprechen. Insgesamt war ich doch angenehm überrascht, dass ich doch nicht alles aus meinen zwei Kursen an der Volkshochschule vergessen hatte. Und das war immerhin etwa zwölf Jahre her. Was mir noch einfiel, habe ich natürlich auch Daniel beigebracht. Er hat alles gelernt, und kann jetzt wichtige Dinge sagen, wie Tenemos un poco de este jamon....Donde esta la iglesia......Hace frio......Hay mas Nutella......und noch 186 andere Worte und Redewendungen.

Reichlich mit Proviant versorgt, machten wir uns auf dem Weg zum Pico de Bandama und genossen bei Schinkenbrötchen, Gurke und Apfelsinen die herrliche Aussicht auf den gesamten Nordteil der Insel und die berühmte Caldera de Bandama. Erst als ein Reisebus mit einer Horde Touristen einfiel, suchten wir schnell das Weite.

Caldera de Bandama

Unsere Tour führte uns durch die hier im Norden herrlich grüne Landschaft vorbei an La Atalaya nach Santa Brígida, einem hübschen Dörfchen mit herrlichen Prunkvillen und altehrwürdigen Sommerhäusern inmitten von ausgedehnten Obstplantagen und Blumenfeldern. Wie eigentlich auf jeder Kanareninsel ist der Süden mit dem Norden überhaupt nicht zu vergleichen. Trotz des etwas unbeständigeren Klimas bevorzugten wir eindeutig den grünen Nordteil der Insel.

Weiter ging es in das ausgesprochen hübsche Städtchen Teror, das als Heimstatt der Virgen del Pino (Jungfrau von der Pinie) gilt. Nach einer Überlieferung war diese in den Zweigen einer Pinie erschienen, um ungetaufte Ureinwohner zum rechten Glauben zu führen. Die Stadt Teror, die seither um diese Pinie herum entstand, entwickelte sich daher immer mehr zum Wallfahrtsort für die Canarios. Was dem Muslim sein Mekka, ist also dem Canario sein Teror, kann man sagen. Neben der Basílica de Nuestra Senora del Pino gab es aber auch zahlreiche beeindruckende Adelspaläste und ehrwürdige Bürgerhäuser in altkanarischem Stil mit reich verzierten Türen, zierlichen Erkern, geschnitzten Holzbalkonen und oft auch mit Springbrunnen im zugehörigen Patio zu bewundern.

Teror Aufgrund der schon fortgeschrittenen Tageszeit, brachen wir auf nach Arucas, wo wir heute einmal typisch kanarisch essen wollten. Dafür hatten wir uns das Mesón de la Montana ausgesucht, oben auf dem Montana de Arucas. Davor machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp, um uns die Iglesia San Juan Bautista anzuschauen, einem protzigen, neugotischen Bau, der ein bisschen an den Kölner Dom erinnerte und gar nicht so richtig in diese Stadt zu passen schien. Weiter ging es über kurvige, enge Straße den Montana de Arucas hinauf bis wir endlich oben an der Spitze ankamen. Laut Reiseführer besticht dieses Restaurant mit herrlichem Panorama und guten Gerichten. Als wir dort waren, behinderte leider dichter Nebel die schöne Aussicht und den Fisch konnte ich nicht essen, weil ich statt Gemüse nur Öl dazu auf dem Teller hatte.

 

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