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Zweiter Tag (Donnerstag): Ausflug ins Landesinnere mit Kamelreiten

2 Kamele?

Heute war natürlich gemütliches Ausschlafen angesagt, wobei man nicht wirklich von Ausschlafen sprechen kann, wenn man vom Schweißgeruch seines eigenen Kopfkissens aufwacht. Nach dem Frühstück warteten wir auf die ITS-Reiseleiterin, um ein paar Ausflüge zu buchen. Als echten Schwaben war uns die angebotene Kamelsafari aber zu teuer, nebenbei konnte uns die Vorstellung, mit ca. 20 prolligen deutschen Touristen eine Tour mit albernen kleinen bunten Autos nach Fataga zu machen auch nicht gerade begeistern. Daher zogen wir alleine los, um auf eigene Faust eine Safari zu organisieren. Auf dem Weg nach Fataga durch eine karstige, aber sehenswerte Berglandschaft, kamen wir immer wieder an kleinen Oasen vorbei, die mit ihren Palmenhainen zwischen all dem braunen Gestein wirklich wie kleine Paradiese wirkten. An einer dieser Oasen machten wir Zwischenstopp. Da wir noch eine Weile warten mußten, setzten wir uns gemütlich in einen als Schaukel umfunktionierten Kamelsattel, schauten uns das Ende einer Kamelshow an und stellten dabei fest, dass die Kamele eigentlich Dromedare waren.

Nach einer guten halben Stunde ging es los. Zusammen mit einem englischen Ehepaar ritten wir auf zwei aneinandergebundenen Kamelen durch die Berglandschaft geführt von einem jungen Spanier. Daniel und ich waren ziemlich froh, dass wir auf dem hinteren Kamel saßen, da dieses ständig das vor uns reitende Ehepaar piesackte. Allerdings verging uns bald das Lachen, denn da sich die Frau mehrmals höflich beschwerte, tauschte der Kamelführer kurzerhand die beiden Tiere aus, Blick auf Tejeda so dass wir jetzt vorne saßen. Zum Glück stand das andere Kamel offensichtlich mehr auf Männer, so dass ich selber weitgehend verschont blieb. Als die Tour zu Ende war,  wurde ich von dem Kamelführer noch freundlich genötigt, mich alleine in die Mitte des Sattels auf den Höcker des einen Kamels zu setzen und mich gut festzuhalten. Als das Tier wieder aufstand, konnte ich mir in etwa vorstellen, wie sich Rodeoreiten anfühlt und war froh, als ich wieder unten war.... Vom Kamelreiten hatten wir beide für’s Erste genug.

Unsere Tour führte uns tief ins Landesinnere über Fataga, einer üppig blühenden Oase in der kargen Berglandschaft, nach San Bartolomé de Tirajana. Hier bummelten wir ein bißchen durch die engen Gäßchen und legten vor der Kirche Santa Lucía eine kleine Rast ein. Überall hatte man herrliche Blicke hinunter ins Tal. Da wir noch eine Rundfahrt rings um das gebirgige Zentrum der Insel, der Cumbre mit ihren gewaltigen Felsmassiven, vor uns hatten, hielten wir uns aber nicht länger in San Bartolomé auf, sondern fuhren weiter nach Ayacata. Hier erwartete uns ein hübsches Dörfchen aus weiß gekalkten Häusern, deren Balkone und Türen üppig mit Blumen geschmückt waren. Ausgesprochen spartanisch war allerdings die Straßenbeschilderung, so dass wir uns mehrere Male ganz ordentlich verfuhren. Dadurch hatten wir aber die Gelegenheit, manch schönen Flecken mehrmals und aus verschiedenen Richtungen zu betrachten. Typischer Balkon in Tejeda

Über kurvige, teilweise sehr enge und steile Straßen führte uns unser Weg schließlich nach Tejeda, einem kleinen Bergnest im Barranco (=Schlucht, Kerbtal) de Tejeda, das einem wieder wunderschöne Blicke ins Tal bietet (und manchmal auch auf ganz niedliche kleine Katzenkinder.......NEIN, Daniel, wir können KEINS von ihnen mitnehmen....). Hier deckten wir uns in einer kleinen Bäckerei mit Mandel-Leckereien ein, unter anderem auch mit dem regional typischen Bienmesabe, in Gläsern abgefülltes Mandelmus. Wir haben es leider noch nicht probiert, aber sein Geschmack soll an feines Marzipan erinnern und besser als jeder Honig schmecken. Wir werden bei Gelegenheit berichten, ob diese Aussage zutrifft.
Hinterhof in Tejeda

Unser letzter Zwischenstopp führt uns über mit Eukalyptusbäumen gesäumte Straßen zum höchsten Paß der Insel, zur Cruz de Tejeda. Da hier allerdings ein paar äußerst penetrante Verkäufer ihre Verkaufsstände aufgestellt hatten und uns sehr aufdringlich ihre Waren anboten, hielten wir uns nicht allzulange auf, sondern setzten unsere Fahrt um die Cumbre fort und fuhren wieder zurück nach Maspalomas. Bei Temperaturen weit über 30 Grad zogen wir es für den Rest der Fahrt vor, in unserem klimatisierten Mietwagen zu bleiben und uns die schöne Gebirgslandschaft im Vorbeifahren anzuschauen.

Um uns wenigstens ein bißchen abzukühlen, unternahmen wir abends noch einen langen Spaziergang von unserer Anlage bis zur Strandpromenade von Maspalomas. Aber ehrlich: Wie soll man sich bei über 30° abkühlen...?

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