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 Index > Geschichten > Reiseberichte > Gran Canaria > 11. Tag El Aaiun > 11. Tag (Teil 3)

 

Bei den Märkten in El Aaiun

Unsere nächste Station war der Viehmarkt mitten in El Aaiun. Etwas Derartiges hatten wir bisher noch nicht gesehen: Jeden Tag werden hier auf engstem Raum Ziegen, Kamele, Esel, Schafe und Hühner im Freien zusammengepfercht, im wesentlichen nur durch Zäune aus Seilen und alten Autoteilen voneinander getrennt. Lediglich ein Gebetsraum war durch eine hohe Betonmauer geschützt; eine kleine Ausbuchtung in der Mauer lies erkennen, in welcher Richtung sich Mekka befindet. Auf dem Markt wurde gehandelt, verkauft und getauscht, ein buntes Treiben und ein Dreck, wie man es sich kaum vorstellen kann, wenn man es nicht selber mal gesehen hat. Es herrschten unglaubliche Enge und Schmutz. Gerade als wir dort ankamen, wurde ein Kamel auf recht rüde Art und Weise mit Draht ums Maul und Seilen an den Beinen zusammengebunden und auf einen offenen Jeep gehievt. Wir erfuhren, dass es für eine Hochzeit zum Schlachten bestimmt war.

Charakteristisch waren die entsetzten Rufe der anderen Touristen. Waren das die gleichen Leute, die heute morgen teilnahmslos durch die Slums von El Aaiun gefahren waren und sich anschließend die Kamelspieße schmecken ließen? Ich fragte mich, ob es Kühen oder Hühnern in Deutschland wirklich besser geht.

Als nächstes schlenderten wir durch den Markt von El Aaiun. Hier herrschte ein buntes quirliges Treiben. Es gab verschiedenste Obst- und Gemüsestände und andere Lebensmittel, Haushaltswaren, Schuhe, Kleidung, Lederwaren, frischen Fisch, Popcorn Kamele(wurde in einer sehr 'antik' aussehenden Maschine hergestellt) und vieles mehr. Die Leute waren alle freundlich und sehr neugierig. Mit meiner bunten Brille und den roten Haaren kam ich mir hier sehr exotisch vor. Besonders pfiffig waren die Kinder, insbesondere die Jungs, die immer wieder versuchten, uns zu kleinen Geschenken zu überreden oder fotografiert werden wollten, um dafür Trinkgeld zu bekommen. Unser Reiseleiter hatten uns aber extra eingeschärft, den Leuten nichts zu geben. Mit unseren Kameras, Uhren, Schmuck und teurer Kleidung weckten wir wahrscheinlich schon genug Begehrlichkeiten.

Unsere nächste Station war bei einem Teppichhändler in der Stadt, der zwar sehr günstig schöne Teppiche verkaufte, aber wer zu Hause fast ausschließlich mit Ikea eingerichtet ist, gibt nicht mal fix 150-300 Euro für einen handgewebten Seidenteppich aus.

Als letztes machten wir bei den Silberschmieden Halt, winzige Läden, bei denen man sehr günstig Silberschmuck kaufen konnte. Mit Hilfe von ein paar spanischen und französischen Brocken (englisch spricht in El Aaiun kaum jemand) erstanden wir Geschenke für meine kleinen Nichten (aber behaltet das bloß für Euch) und machten uns anschließend wieder auf den Weg zum Flughafen, wo uns noch ein leckeres Abendessen (wieder Kamelfleisch, aber dieses Mal mit Pommes Frites und würzigen Kartoffeln) erwartete. Zwischenzeitlich waren auch unsere beiden Piloten wieder eingetroffen. Von Alal kauften wir noch ein paar Bilder (das Stück für einen Euro, im Vergleich zu den üblichen Preisen von 8 Euro wirklich ein Schnäppchen) und danach ging es wieder zurück zum Flugzeug. Nach einer guten halben Stunde Flug mit etwas schaukelnder Landung (es war mittlerweile auch auf Gran Canaria recht windig) kamen wir wieder um 22:30 am Flughafen von Las Palmas an und machten uns völlig k.o. auf den Weg zurück zur Bungalowanlage.

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