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5. Tag
(Sonntag) 13.07.2003:
Nach
der langen Tour durch die Camargue war uns heute nach einem Faulenzertag, so
daß wir uns erst gegen mittag zu einem ausgedehnten Frühstück auf dem Balkon
einfanden. Heute hatte ich mal den anderen Bäcker getestet. Immerhin war ich in
der Lage, die Verkäuferin mit meinem rudimentären Französisch zu fragen, ob sie
morgen, am Nationalfeiertag, geöffnet hätten. Eigentlich haben Franzosen ja
eher einen schlechten Ruf, was ihr Verhalten gegenüber Ausländern angeht, die
ihre Sprache nicht sprechen. Ich persönlich habe bisher die Erfahrung gemacht,
daß sich jeder freut, wenn man sich ein bißchen bemüht, die französische
Sprache zu sprechen. In der Regel versuchen die meisten dann bereitwillig, dem
Gewünschten auf die Spur zu kommen, wenn man nicht gleich alle Worte parat hat
und versuchen es auch auf englisch. Als ich dagegen am Tag unserer Ankunft auf
dem Flughafen von Marseilles einen Mann an der Parkhauskasse direkt auf englisch
fragte, ob
er englisch spräche, da wir die Mietwagenagentur nicht finden konnten, antwortete
er nur mit einem barschen ‘non!’. Aber in einem so kleinen Ort wie
Saint-Laurent-des-Arbres ist es schon sehr hilfreich, wenn einem die gängigsten
französischen Grammatikregeln und Worte bekannt sind, denn englisch oder
deutsch sind hier nicht allzusehr verbreitet.
Nach
dem Frühstück machten wir uns wieder auf unserem Balkon breit, lasen und
genossen die friedliche Atmosphäre um uns herum. Erst gegen abend machten wir
uns auf den Weg nach Nîmes, um uns die Stadt ein wenig anzusehen. Die Mittagshitze
hatte uns nicht unbedingt animiert, schon früher loszuziehen. Da es aber erst
etwa gegen 22.00 Uhr dunkel wurde, hatten wir noch genügend Zeit für einen
ersten Eindruck. Nach der ersten Begeisterung über einen kostenlosen Parkplatz
nach einigem vorausgegangenem Kreisen durch die Stadt, ließ uns ein etwas
eigenartiger Mann, der uns mit einem schmierigen Grinsen folgte, doch etwas
zügiger Richtung Innenstadt laufen bis wir das Maison Carrée erreichten, den Rest einer alten Tempelanlage,
der leider gerade geschlossen wurde. Wir wälzten kurz unseren Reiseführer und
passierten anschließend das gegenüberliegende Carré d’Art, der modernen
Museumshalle, die einen starken Kontrast zu der alten Tempelanlage bildet. Nach
wenigen hundert Metern erreichten wir den Jardin de la Fontaine. Hier wurde
offensichtlich gerade ein Boule-Wettkampf ausgetragen, dem wir eine Weile
zuschauten. Aber auch sonst waren Boule- (oder Pétanque-)Spieler zugange, so daß es auf dem sehr weitläufigen Platz
recht munter zuging. Nachdem wir das bunte Treiben eine ganze Weile beobachtet
hatten, besichtigten wir noch den am Rande des Platzes gelegenen Temple de
Diane und stiegen anschließend noch den Mont Cavalier zum Tour Magne hinauf,
einem alten Teil der Stadtbefestigung, der früher vermutlich als Aussichtsturm
genutzt wurde.
Unser
letzter Abstecher führte direkt zum Amphitheater von Nîmes. Hier wollten wir
ein kleines Bistro - Le Cinq Antoine - ausprobieren, das laut unserem Reiseführer typisch
provenzalische Küche zu günstigen Preisen anbietet. Mit der Hilfe eines
freundlichen Taxifahrers fanden wir zwar schließlich nach längerem Suchen die Straße
Rue St-Antoine, das Restaurant war aber
leider geschlossen. So blieb uns immerhin die Aussicht auf Pasta und
Tomatensoße und wir genossen noch ein wenig die Atmosphäre rund um das Amphitheater,
in dem gerade ein Open-Air-Konzert mit Elton John stattfand.
Zurück
in Saint-Laurent schauten wir bei unserem abendlichen Spaziergang noch nach den
Öffnungszeiten der Touristeninfo (ja wirklich, es gibt hier eine) und
beschlossen, dem Turm von Saint-Laurent bald einen Besuch abzustatten.
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