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Tag (Mittwoch, 09.07.2003): Flug nach Marseille und Ankunft in St.-Laurent-des-Arbres
Da
wir natürlich erst wieder nach Mitternacht mit allen Reisevorbereitungen fertig
geworden waren - nicht daß wir so lange dafür gebraucht hätten, wir haben
einfach zu spät damit angefangen - gönnten wir uns am Morgen ein Taxi zum
Flughafen. So konnten wir immerhin ein Stündchen länger schlafen. Punkt 9.00
Uhr stand das Taxi vor der Tür und brachte uns zum Terminal 2 am Kölner
Flughafen. Unser HLX-Billigflug verlief relativ unspektakulär; planmäßig gegen 13.30 Uhr
mittags erreichten wir Marseille. Ich wurde nur kurzfristig von einer
Stewardess in Panik versetzt, die mich mit den Worten "Wir erreichen in Kürze
den Flughafen Köln/Bonn" aus dem nachgeholten Schlaf riss. Waren wir in die
falsche Richtung gefolgen? Hatte ich den Urlaub verschlafen? War natürlich nur ein
Versprecher.
In
Marseille holten wir unseren Mietwagen ab. Ich hatte eigentlich auf ein kleines
übersichtliches Auto gehofft, wir wurden allerdings mit einem stattlichen
Renault Xsara Picasso überrascht. War der für die kleinen Straßen in
Südfrankreich nicht ein bißchen zu groß? Der Wagen bot reichlich Komfort.
Besonders erwähnt werden soll an dieser Stelle die Klimaanlage, die wir bei über
30 Grad sehr schnell zu schätzen wußten. Toll war natürlich auch der eingebaute
CD-Spieler mit Wechsler im Kofferraum. Allerdings hatte Daniel am letzten Tag vor
unserem Urlaub noch viel Zeit damit verbracht, uns extra ein paar
Kassetten zu überspielen. Die nutzten uns jetzt leider nichts mehr, aber
immerhin fanden wir noch einen Radiosender (Skyrock Frequenz 93,5), auf dem
nicht nur französische Chansons gespielt wurden, sondern viel Hip Hop und RnB.
Nicht
unbedingt auf dem direkten Weg erreichten wir Saint-Laurent-des-Arbres. Bis zum
Ortseingang war es noch relativ einfach gewesen, schwieriger wurde es, als
wir nach dem Haus von Anke und Christian Sieler suchten.
Saint-Laurent-des-Arbres ist so klein, kaum ist man drin, ist man schon wieder
draußen. Von dem Ort hat wahrscheinlich noch kaum einer je gehört: Er liegt
nicht am Meer, hat keine spektakulären Attraktionen zu bieten und vor allem
findet man hier eines mit Sicherheit kaum: Touristen! Nach unseren Erlebnissen
auf Gran Canaria eine wahre Wohltat. Saint-Laurent muß man
sich vorstellen...nun ja, so wie ich mir eben ein provenzalisches Dorf immer
vorgestellt habe. Es gibt eine Burg, zwei kleine Bäckereien, einen Metzger,
einen Gemüsehändler, eine Apotheke, in der Mitte einen Dorfplatz, an dem
regelmäßig Markt stattfindet....und drum herum lauter hübsche Steinhäuser, mal
mehr und mal weniger herausgeputzt, umsäumt von gewaltigen Steinmauern mit
schmiedeeisernen Gartentoren. Leider für unser Auto alles ein bißchen eng, aber wahrscheinlich nur eine Frage der Übung, die uns auf jeden Fall noch
fehlte. Das Rangieren in den verwinkelten Gassen gestaltete sich am Anfang doch
etwas schwieriger.
Das
Haus, in dem wir die nächsten 1,5 Wochen wohnen sollten, gefiel uns
ausgesprochen gut. Die Besitzer, Anke und Christian Sieler, ein aus Deutschland
ausgewandertes Ehepaar, hatten das Haus vor mehreren Jahren als Ruine gekauft
und in liebevoller Arbeit wieder hergerichtet. Besonders hübsch wirkte es von
außen durch die himmelblau angestrichenen Fensterläden, wie es hier häufig für
Türen und Fensterläden verwendet wird.
Das
Haus umsäumte ein riesiger Garten, bei dessen Anblick man fast neidisch werden
könnte (wäre da nicht die viele Arbeit, die deutlich sichtbar dahinter
steckte). Auch die Ferienwohnung im oberen Teil des Hauses war mit vielen
schönen Details ausgestattet. Auf dem Kopfkissen lag für jeden ein Päckchen
Haribo (fast wie bei Muttern *g*) und im Kühlschrank standen ein Gläschen
Marmelade sowie kühle Getränke bereit. Auch der Empfang der Sielers war sehr
angenehm und herzlich, so daß ich an dieser Stelle nicht nur die Wohnung,
sondern die Vermieter selber ausdrücklich als tolle Gastgeber empfehlen
möchten!