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Geschichten
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Index > Geschichten > Eigene Geschichten > In Köln > Radfahren in Köln |
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Radfahren in Köln Kürzlich fuhr ich mit dem Fahrrad in die Stadt, um meine Steuererklärung beim Finanzamt abzugeben. Natürlich war ich wieder einige Tage zu spät und natürlich fragte ich mich auch dieses Jahr, was mich eigentlich ca. 5 Monate davon abhält, meine Steuererklärung mal etwas früher zu machen, schließlich nehme ich mir das jedes Jahr aufs Neue vor. Nun gut, aber darüber wollte ich eigentlich gar nicht erzählen. Ich fuhr also mit meinem Fahrrad in die Stadt. Um die Stadt ein bißchen besser kennenzulernen, nehme ich bei schönem Wetter für solche Strecke immer lieber das Rad als die Bahn. Keine schwitzenden, übelriechenden Leute um einen herum und man sieht die Stadt aus einer ganz anderen Perspektive. Mit dem Radfahren in Köln ist es nicht viel anders als mit dem Autofahren: Man gewöhnt sich schnell einen saumäßigen Fahrstil an. Auch ich habe schon bald aufgehört, darauf zu achten, ob die Ampel grün ist oder wer Vorfahrt hat, sondern nur noch wie ich am schnellsten vorwärts komme ohne abzusteigen, möglichst keine Fußgänger zu streifen und nicht durch Glassplitter zu fahren. Tatsächlich rief mir dieses Mal aber doch beim Überqueren einer roten Fußgängerampel ein Südländer wütend hinterher, daß die Ampel noch rot gewesen sei. Der war richtig sauer. Bei sämtlichen Aufenthalten in Frankreich, Spanien und Italien mit Daniel oder meiner Familie war mir ehrlich gesagt noch nie aufgefallen, daß gerade dort soviel Wert auf diese feinen Unterschiede gelegt wird. Den Einwand habe ich daher auch geflissentlich ignoriert, zumal ich mir auch nicht sicher war, was der Kerl mit mir angestellt hätte, wenn er mich denn erwischt hätte. Das Fahren auf den Hauptstraßen kommt einem manchmal wie ein Kampf ums Überleben vor, weshalb ich lieber auf die kleineren Gassen und Seitenstraßen ausweiche, zumal diese oft noch einen viel netteren Anblick bieten. Durch die zahlreichen Schlaglöcher und das holperige Kopfsteinpflaster empfiehlt es sich zum Teil allerdings für Frauen, beim Fahrradfahren einen Sport-BH zu tragen. In Stuttgart war ich übrigens höchst selten mit dem Fahrrad unterwegs. Wer Stuttgart kennt, kann das sicher ohne weiteres verstehen. Wer es nicht weiß: Stuttgart liegt in einem Kessel zwischen lauter Weinbergen. Das sieht zwar sehr idyllisch aus und unsere Wohnung in Halbhöhenlage im Stuttgarter Osten war auch wirklich herrlich, aber selbst mit meinem 21-Gang-Fahrrad war mir dort das Fahrradfahren viel zu anstrengend. Hier für Köln muß ich mir für mein Fahrrad noch unbedingt eine laute Hupe organisieren. Mit einer gewöhnlichen Fahrradklingel jagt man hier keinen Fußgänger vom Gehweg. |
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