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Einkaufen auf kölsch

Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Einkauf in einem Kölner Bäckerladen. Genauer gesagt war es eine Bäckertheke in einer der zahlreichen Stüssgenfilialen, die es in Köln an beinahe jeder Ecke gibt. Ich wollte zum Frühstück ein paar Brötchen kaufen, und während ich überlegte, welche Brötchen ich nehmen sollte, überkam mich ein ähnliches Gefühl wie in Italien im Urlaub. Nicht wegen des herrlichen Wetters, der fröhlichen Urlaubsstimmung oder der Ausgelassenheit der Verkäuferin, sondern weil ich nach den richtigen Worten suchte, um meinen Wunsch zu formulieren: Brötchen, Weckchen, wie nennt man nun hier im Rheinland eigentlich ein Tafelbrötchen und was bitte sind Röggelschen? Als die Verkäuferin mich ungeduldig anschaute, begann ich zu stottern, zeigte schließlich verlegen völlig wahllos auf die nächsten Brötchen und sagte: 'Da bitte drei von'. Ich kam mir total dämlich vor.

Aber auch Daniel sollte es nicht besser ergehen. Zum Frühstück ißt er am liebsten Hefebrötchen, also süße Brötchen aus weichem Hefeteig. Wie ein Hefezopf sozusagen, aber wer kennt hier schon einen guten schwäbischen Hefezopf? Als nun Daniel das erste Mal zum Bäcker kam, zeigte er auf die Brötchen, die seinen geliebten Hefebrötchen wohl am ähnlichsten sahen und fragte: 'Sind das Hefebrötchen?' Die Verkäuferin schaute etwas irritiert, konnte sie doch mit dem Wort Hefebrötchen nichts anfangen. Daniel versuchte zu erläutern: 'Ich wollte fragen, ob in diesen Brötchen Hefe drin ist'. In barschem Ton machte ihn die Verkäuferin darauf aufmerksam, daß in jedem Brötchen Hefe sei.

Aber wir lernen ja dazu. Ein Tafelbrötchen entspricht so etwa einem normalen Brötchen. Weiß der Himmel, was eigentlich ein normales Brötchen sein soll. In guten Bäckereien kann man als Alternative zum leckeren Hefezopf einen Stuten oder Platz kaufen. Interessieren würde es mich an dieser Stelle ja wirklich, wer sich eigentlich diese nichtsprechenden Namen ausgedacht hat. Unter einem Hefezopf kann sich wohl jeder etwas vorstellen. Aber unter einem Stuten? Oder einem Platz? Nichtsdestotrotz haben wir den Merzenich-Festtagsplatz schon zu unserem Lieblingsfrühstück ernannt, kann ich jedem nur empfehlen. Hefebrötchen heißen hier Weckchen. Genauer gesagt heißen sie Weckchen mit Rosinen oder Weckchen ohne Rosinen. Daß denen da nichts Kürzeres eingefallen ist?

Im Supermarkt ist die Sache wesentlich einfacher. Die Gurken heißen Gurken, die Bananen Bananen, zu einem Apfel sagt man auch hier Apfel. Nur das Kölner Wort für Saitenwürstchen kenne ich noch nicht, habe aber festgestellt, daß man in einer Metzgerei mit solchen Fremdwörtern deutlich weniger Schwierigkeiten hat. Offensichtlich sind Metzger etwas weltgewandter als Bäcker.

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